.: Begabtenförderung am Weser-Gymnasium :.

Stand Januar 2005

 

Inhaltsverzeichnis


1. Chronologie.................................................................................................... 2

2. Ziele............................................................................................................... 5

3. Arbeitskreis Begabtenförderung....................................................................... 6

4. Kooperationspartner........................................................................................ 7

5. Konzept Drehtürmodell am WGV.................................................................... 8

6. Förderung in der Sekundarstufe II.................................................................. 10

7. Das Comenius - Projekt................................................................................. 11

8. Wissenschaftliche Begleitung......................................................................... 12

9. Weiterbildung für Lehrkräfte.......................................................................... 12

10. Ausblick..................................................................................................... 13


 

1. Chronologie

 

Termin

Ereignis

11. Oktober 2004

1. Projekttreffen 2004/2005 in Bergen am See

Juni 2004

Projektabschluss 2003/2004 in Carlisle

15.März 2004

Zweites Comenius-Projekttreffen in Rheindahlen

13. Oktober 2003

Start des Comenius – Projekts in Vlotho

24. - 27. September 2003

Kongress Universität Münster

Curriculum und Didaktik der Begabtenförderung

- Begabungen fördern, Lernen individualisieren

- Teilnahme am Lernkarussell

- Erprobte Praxisbeispiele

15. September 2003

Start des erweiterten Drehtürmodells

- Astronomie

- Japanisch

- Digitalelektronik

- Modernes Tanztheater

15. Juli 2003

Genehmigung des Comenius - Projekts durch den Pädagogischen Austauschdienst Bonn (Kultusministerkonferenz)

04. Juli 2003

Elternworkshop zum Thema Begabtenförderung

06./07. März 2003

Fernsehaufnahmen für 3sat

24. Januar 2003

Ende der Probezeit – Runder Tisch

20. Januar 2003

Zweiter Comenius – Vorbereitungsbesuch in Bergen (Niederlande)

2. Dezemberwoche 2002

Start des Drehtürmodells – Probezeit

- Astronomie

- Japanisch

16. Dezember 2002

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Stiftung und Weser-Gymnasium

30. November 2002

Schnuppertag für interessierte Schüler und Schülerinnen sowie deren Eltern

29. November 2002

Erstes Vorbereitungsgespräch für die Teilnahme am Comenius – Projekt in Bergen (Niederlande)

07. November 2002

Beschluss der Schulkonferenz:

„Das Weser-Gymnasium entwickelt ein Konzept zur Begabtenförderung. Dazu können Angebote der Stiftung zur Förderung Hochbegabter oder andere Unterstützungsangebote angenommen werden.“

09. Oktober 2002

zustimmender Beschluss der Lehrerkonferenz

04. Oktober 2002

Pädagogischer Tag für das Lehrerkollegium zum Thema Begabtenförderung

09. September 2002

Informationsabend für Lehrer, Eltern und Schüler mit Prof. Mönks, Nijmwegen/Münster

17. Juli 2002

Pressekonferenz

04. Juni 2002

Information der Lehrerkonferenz

10. April 2002

Regionaltagung Förderung Hochbegabter in Vlotho

15. März 2002

Erstes Kontaktgespräch mit der Stiftung
Bildung zur Förderung Hochbegabter

Seit 1999

Erste Vorarbeiten in einem Arbeitskreis

 

2. Ziele

1.

Im Leitbild des Schulprogramms formuliert das WGV den Anspruch, unsere Schülerinnen und Schüler „zu fordern und zu fördern“. Daraus lässt sich die Forderung ableiten, ihre Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit zu wecken, zu unterstützen, zu begleiten und so deutlich zur Persönlichkeitsentwicklung beizutragen.

2.

Die Gestaltung des Unterrichts, der Lernkultur und des Schulklimas sind seit Jahren wesentliche Bereiche der schulinternen pädagogischen Diskussion; sie sollen unterstützt und vertieft werden.

3.

Erkenntnisse über menschliches Lernen (z. B. aus neurophysiologischer, psychologischer, konstruktivistischer Sicht) verdeutlichen die Notwendigkeit, das jeweilige Lerntempo von Kindern und Jugendlichen und die unterschiedlichen Begabungspotenziale stärker als bisher zu beachten.

4.

Daraus resultiert das Konzept, überdurchschnittlich begabten Schülerinnen und Schülern ein besonderes Lernangebot zu machen und auch Förderangebote für Lernende mit Teilleistungsschwächen zu entwickeln (z.B. Leseförderung).

5.

Die besondere Förderung überdurchschnittlich begabter Schülerinnen und Schüler ist erzieherischer Auftrag dieser Gruppe gegenüber, hat aber nach heutigem Kenntnisstand vielfältige positive Auswirkungen auf die sonstige pädagogische Praxis der Schule.

6.

Mit der Entwicklung unseres Förderkonzepts sollen sowohl allgemeine Hochbegabungen als auch Teilbegabungen berücksichtigt werden.

3. Arbeitskreis Begabtenförderung

Dem Arbeitskreis gehören Lehrer und Lehrerinnen, Schüler und Schülerinnen sowie Eltern an. Weiterhin eingeladen sind die Vorsitzende der Stiftung Bildung zur Förderung Hochbegabter und Vertreter unserer anderen Kooperationspartner (Universität Bielefeld / Universität Osnabrück).

Aufgabe des Arbeitskreises ist die systematische Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts der Begabtenförderung.

Wesentlich ist die Evaluation der Arbeit. Somit bereitet der Arbeitskreis Beschlussvorlagen für die Mitbestimmungsorgane der Schule vor.

Der Arbeitskreis trifft sich nach Bedarf  vier- bis fünfmal im Schuljahr.

 

4. Kooperationspartner

1.

Stiftung Bildung zur Förderung Hochbegabter
- Gemeinnützige Stiftung privaten Rechts –

2.

Universität Bielefeld

3.

ICBF – Internationales Centrum für Begabungsforschung

Münster

5. Konzept Drehtürmodell am WGV

Stand:  Januar 2005

1.

Das WGV bietet für besonders begabte Kinder und Jugendliche drei Parallelkurse an, die während der regulären Unterrichtszeiten stattfinden.

2.

Besonders begabte Schülerinnen und Schüler können an allen drei Angeboten teilnehmen.

3.

Psychologische Gutachten müssen nicht vorgelegt werden.

4.

Die Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, den Unterrichtsstoff der regulären Unterrichtsfächer selbstständig nachzuarbeiten und die Klassenarbeiten/

Schriftlichen Übungen mitzuschreiben.

5.

Der Parallelunterricht ist nicht versetzungsrelevant.

6.

Die Eltern stellen an die Schulleitung einen Antrag auf Befreiung vom regulären Unterricht.

7.

Nach einer mehrwöchigen Probezeit wird endgültig geklärt, ob der Schüler/ die Schülerin am jeweiligen Parallelunterricht teilnimmt.

8.

Die letztliche Entscheidung liegt beim Schulleiter. Er wird beraten durch einen Runden Tisch, dem die Eltern, der Klassenleiter/die Klassenleiterin, der Leiter/die Leiterin des Parallelunterrichts und ein weiterer Lehrer/eine weitere Lehrerin angehören.

9.

Nach Ablauf der Probezeit müssen die Schülerinnen und Schüler regelmäßig am Parallelunterricht teilnehmen.

10.

Ein Rücktritt ist nur nach einvernehmlicher Klärung des Sachverhalts möglich.

11.

Ein Wechsel der Parallelfächer ist nicht möglich.

12.

Die Gruppengröße wird in Absprache mit dem Leiter/der Leiterin des Parallelunterrichts von der Schule festgelegt.

13.

Der geltende Stundenplan bleibt unverändert.

14.

Auf dem Zeugnis wird dem Schüler/ der Schülerin die Teilnahme am Parallelunterricht (im Rahmen der Begabten-Förderung) testiert.

15.

Von den Eltern muss ein Kostenbeitrag erhoben werden.

6. Förderung in der Sekundarstufe II

Seit Februar 2004 wird besonders begabten Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II ebenfalls ein Parallelkursangebot gemacht.

In Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld ist das Konzept entwickelt worden.

Im Schuljahr 2003/2004 arbeiteten unter dem Thema Europa intensiv interessierte Schülerinnen und Schüler jeweils vier Stunden in vierzehntägigem Rhythmus zu wesentlichen Bereichen europäischer Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Im laufenden Schuljahr lautet das Thema „Netzwerke in Natur und Gesellschaft“.

Die Schülerinnen und Schüler verlassen den regulären Unterricht; sie sind verpflichtet, den versäumten Unterrichtsstoff selbstständig und eigenverantwortlich nachzuarbeiten

(s. Drehtürmodell).

Gestaltet wird dieser Unterricht von Professoren der Fakultäten:

-         Wirtschaftswissenschaften

-         Jura

-         Physik

-         Mathematik u.a.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten zum Abschluss ein Zertifikat.

Besonders begabte Schülerinnen und Schüler werden gezielt angesprochen in Hinblick auf die Teilnahme

- an Wettbewerben

- an Sommerakademien

- am Angebot der Universität Bielefeld „Studieren ab 16“

7. Das Comenius - Projekt

Nach intensiver Vorarbeit startete am 13. Oktober 2003 das Comenius - Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist. Es basiert auf der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den europäischen Partnerschulen:

-         Europese School Bergen / Niederlande

-         St Aidan`s County High School Carlisle / Großbritannien

-         Windsor School (British Forces School / London und Mönchengladbach)

Ziel des Schulentwicklungsprojekts ist der Austausch über unterschiedliche Konzepte der Förderung begabter Kinder und Jugendlicher in den beteiligten Schulen. Neben Austauschtreffen von Lehrer/innen sind Treffen von Schülerinnen und Schülern geplant. Weiterhin soll über Videokonferenzen kooperiert werden.

So fand am 15. März 2004 ein Treffen in der Windsor School in Mönchengladbach stattfinden.

Dabei konnten Schülerinnen und Schüler an kleinen Projekten miteinander arbeiten.

Das erste Projektjahr wurde Anfang Juni 2004 abgeschlossen in der St Aidan`s High School in Carlisle.

Das neue Projektjahr startete am 11. Oktober 2004 in Bergen / Niederlande. Ein weiteres Treffen wird am 7. März in Vlotho stattfinden.

8. Wissenschaftliche Begleitung

Mit dem hier gewählten Ansatz der Begabtenförderung hat das Weser-Gymnasium ein recht unbekanntes Feld pädagogischer Förderung betreten.

Vielfältige Fragestellungen und Probleme müssen bearbeitet, Entscheidungen sollen fundiert getroffen werden.

Als Unterstützung erhält das Weser-Gymnasium ab Juni 2004 wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Münster (ICBF – Internationales Centrum für Begabtenforschung).

Die Stiftung Bildung zur Förderung Hochbegabter finanziert diese wissenschaftliche Begleitung, die zunächst auf eineinhalb Jahre angelegt ist.

9. Weiterbildung für Lehrkräfte

Vier Kolleginnen und Kollegen des Weser-Gymnasiums haben das ECHA-Diplom (European Centre for High Abilities) an der Universität Nijmwegen/Münster erworben. Sie setzten sich in dem dreisemestrigen Studium, das mit einer Diplomarbeit schloss, mit Fragen der Identifikation besonders begabter Schülerinnen und Schüler, mit Intelligenzkonzepten, Fördermodellen und individualisierender Unterrichtsgestaltung auseinander. Diese Kollegen und Kolleginnen stehen der Schulleitung, dem Kollegium und den Eltern beratend und unterstützend zur Seite.

10. Ausblick

Die Begabtenförderung am Weser-Gymnasium ist Teil der Schulentwicklung.

Sie soll andere Bereiche der Schulentwicklung ergänzen und erweitern mit dem Ziel, die Qualität des Unterrichts und der allgemeinen pädagogischen Arbeit nachhaltig zu sichern und zu vertiefen.

Die entscheidenden konzeptionellen Schritte sind eingeleitet worden.

Jetzt gilt es, die Arbeit zu bewerten, zu konsolidieren und zu festigen.

Im Jahr 2004/2005 stehen dabei im Zentrum:

-           die Fortführung des Drehtürmodells in der Sek. I

-           die Fortführung des Drehtürmodells in der Sek. II

-    der Austausch mit den anderen europäischen Schulen im Rahmen des 
Comenius – Projekts

-    die Implementation eines Identifikationskonzepts