Genehmigung des Comenius - Projekts durch den Pädagogischen Austauschdienst
Bonn (Kultusministerkonferenz)
04. Juli 2003
Elternworkshop zum Thema
Begabtenförderung
06./07. März 2003
Fernsehaufnahmen für 3sat
24. Januar 2003
Ende der Probezeit – Runder Tisch
20. Januar 2003
Zweiter Comenius – Vorbereitungsbesuch in Bergen (Niederlande)
2. Dezemberwoche 2002
Start des Drehtürmodells – Probezeit
- Astronomie
- Japanisch
16. Dezember 2002
Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Stiftung und Weser-Gymnasium
30. November 2002
Schnuppertag für interessierte Schüler und Schülerinnen sowie deren
Eltern
29. November 2002
Erstes Vorbereitungsgespräch für die Teilnahme am Comenius – Projekt
in Bergen (Niederlande)
07. November 2002
Beschluss der Schulkonferenz:
„Das Weser-Gymnasium entwickelt
ein Konzept zur Begabtenförderung. Dazu können Angebote
der Stiftung zur Förderung Hochbegabter oder andere Unterstützungsangebote
angenommen werden.“
09. Oktober 2002
zustimmender Beschluss der Lehrerkonferenz
04. Oktober 2002
Pädagogischer Tag für das
Lehrerkollegium zum Thema Begabtenförderung
09. September 2002
Informationsabend für Lehrer, Eltern und Schüler mit Prof. Mönks, Nijmwegen/Münster
17. Juli 2002
Pressekonferenz
04. Juni 2002
Information der Lehrerkonferenz
10. April 2002
Regionaltagung Förderung Hochbegabter in Vlotho
15. März 2002
Erstes Kontaktgespräch mit
der Stiftung
Bildung zur Förderung Hochbegabter
Seit 1999
Erste Vorarbeiten in einem Arbeitskreis
2. Ziele
1.
Im Leitbild des Schulprogramms formuliert das WGV den
Anspruch, unsere Schülerinnen und Schüler „zu fordern und zu fördern“.
Daraus lässt sich die Forderung ableiten, ihre Leistungsbereitschaft
und Leistungsfähigkeit zu wecken, zu unterstützen, zu begleiten
und so deutlich zur Persönlichkeitsentwicklung beizutragen.
2.
Die Gestaltung des Unterrichts, der Lernkultur und
des Schulklimas sind seit Jahren wesentliche Bereiche der schulinternen
pädagogischen Diskussion; sie sollen unterstützt und vertieft
werden.
3.
Erkenntnisse über menschliches Lernen (z. B. aus neurophysiologischer,
psychologischer, konstruktivistischer Sicht) verdeutlichen die
Notwendigkeit, das jeweilige Lerntempo von Kindern und Jugendlichen
und die unterschiedlichen Begabungspotenziale stärker als bisher
zu beachten.
4.
Daraus resultiert das Konzept, überdurchschnittlich
begabten Schülerinnen und Schülern ein besonderes Lernangebot
zu machen und auch Förderangebote für Lernende mit Teilleistungsschwächen
zu entwickeln (z.B. Leseförderung).
5.
Die besondere Förderung überdurchschnittlich begabter
Schülerinnen und Schüler ist erzieherischer Auftrag dieser Gruppe
gegenüber, hat aber nach heutigem Kenntnisstand vielfältige positive
Auswirkungen auf die sonstige pädagogische Praxis der Schule.
6.
Mit der Entwicklung unseres Förderkonzepts sollen sowohl
allgemeine Hochbegabungen als auch Teilbegabungen berücksichtigt
werden.
3. Arbeitskreis
Begabtenförderung
Dem Arbeitskreis gehören Lehrer und Lehrerinnen, Schüler
und Schülerinnen sowie Eltern an. Weiterhin eingeladen sind die
Vorsitzende der Stiftung
Bildung zur Förderung Hochbegabter und Vertreter unserer anderen
Kooperationspartner (Universität Bielefeld / Universität Osnabrück).
Aufgabe des Arbeitskreises ist die systematische Weiterentwicklung
des bestehenden Konzepts der Begabtenförderung.
Wesentlich ist die Evaluation der Arbeit. Somit bereitet
der Arbeitskreis Beschlussvorlagen für die Mitbestimmungsorgane
der Schule vor.
Der Arbeitskreis trifft sich nach Bedarfvier- bis fünfmal im Schuljahr.
ICBF
– Internationales Centrum für Begabungsforschung
Münster
5.
Konzept Drehtürmodell
am WGV
Stand:Januar 2005
1.
Das
WGV bietet für besonders begabte Kinder und Jugendliche drei Parallelkurse
an, die während der regulären Unterrichtszeiten stattfinden.
2.
Besonders
begabte Schülerinnen und Schüler können an allen drei Angeboten
teilnehmen.
3.
Psychologische
Gutachten müssen nicht vorgelegt werden.
4.
Die Schülerinnen und Schüler
sind verpflichtet, den Unterrichtsstoff der regulären Unterrichtsfächer
selbstständig nachzuarbeiten und die Klassenarbeiten/
Schriftlichen Übungen mitzuschreiben.
5.
Der
Parallelunterricht ist nicht versetzungsrelevant.
6.
Die
Eltern stellen an die Schulleitung einen Antrag auf Befreiung
vom regulären Unterricht.
7.
Nach
einer mehrwöchigen Probezeit wird endgültig geklärt, ob der Schüler/
die Schülerin am jeweiligen Parallelunterricht teilnimmt.
8.
Die
letztliche Entscheidung liegt beim Schulleiter. Er wird beraten
durch einen Runden Tisch, dem die Eltern, der Klassenleiter/die
Klassenleiterin, der Leiter/die Leiterin des Parallelunterrichts
und ein weiterer Lehrer/eine weitere Lehrerin angehören.
9.
Nach
Ablauf der Probezeit müssen die Schülerinnen und Schüler regelmäßig
am Parallelunterricht teilnehmen.
10.
Ein
Rücktritt ist nur nach einvernehmlicher Klärung des Sachverhalts
möglich.
11.
Ein
Wechsel der Parallelfächer ist nicht möglich.
12.
Die
Gruppengröße wird in Absprache mit dem Leiter/der Leiterin des
Parallelunterrichts von der Schule festgelegt.
13.
Der
geltende Stundenplan bleibt unverändert.
14.
Auf
dem Zeugnis wird dem Schüler/ der Schülerin die Teilnahme am Parallelunterricht
(im Rahmen der Begabten-Förderung) testiert.
15.
Von
den Eltern muss ein Kostenbeitrag erhoben werden.
6.
Förderung in der Sekundarstufe II
Seit Februar 2004 wird besonders begabten Schülerinnen
und Schülern der Sekundarstufe II ebenfalls ein Parallelkursangebot
gemacht.
In
Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld ist das Konzept entwickelt
worden.
Im Schuljahr 2003/2004 arbeiteten
unter dem Thema Europa intensiv
interessierte Schülerinnen und Schüler jeweils vier Stunden
in vierzehntägigem Rhythmus zu wesentlichen Bereichen europäischer
Geschichte, Gegenwart und Zukunft.
Im laufenden Schuljahr lautet
das Thema „Netzwerke in Natur und Gesellschaft“.
Die Schülerinnen und Schüler
verlassen den regulären Unterricht; sie sind verpflichtet, den
versäumten Unterrichtsstoff selbstständig und eigenverantwortlich
nachzuarbeiten
(s. Drehtürmodell).
Gestaltet
wird dieser Unterricht von Professoren der Fakultäten:
-Wirtschaftswissenschaften
-Jura
-Physik
-Mathematik
u.a.
Die
Schülerinnen und Schüler erhalten zum Abschluss ein Zertifikat.
Besonders
begabte Schülerinnen und Schüler werden gezielt angesprochen in
Hinblick auf die Teilnahme
-an Wettbewerben
-an Sommerakademien
-am Angebot
der Universität Bielefeld „Studieren ab 16“
7.
Das Comenius - Projekt
Nach intensiver Vorarbeit startete am 13. Oktober 2003
das Comenius - Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist. Es basiert
auf der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den europäischen
Partnerschulen:
-Europese
School Bergen / Niederlande
-St Aidan`s County High School Carlisle / Großbritannien
-Windsor School (British Forces School / London
und Mönchengladbach)
Ziel des Schulentwicklungsprojekts
ist der Austausch über unterschiedliche Konzepte der Förderung
begabter Kinder und Jugendlicher in den beteiligten Schulen. Neben
Austauschtreffen von Lehrer/innen sind Treffen von Schülerinnen
und Schülern geplant. Weiterhin soll über Videokonferenzen kooperiert
werden.
So fand am 15. März 2004 ein Treffen in der Windsor
School in Mönchengladbach stattfinden.
Dabei konnten Schülerinnen und Schüler an kleinen Projekten
miteinander arbeiten.
Das erste Projektjahr wurde Anfang Juni 2004 abgeschlossen
in der St Aidan`s High School in Carlisle.
Das neue Projektjahr startete am 11. Oktober 2004 in
Bergen / Niederlande. Ein weiteres Treffen wird am 7. März in
Vlotho stattfinden.
8.
Wissenschaftliche Begleitung
Mit
dem hier gewählten Ansatz der Begabtenförderung hat das Weser-Gymnasium
ein recht unbekanntes Feld pädagogischer Förderung betreten.
Vielfältige Fragestellungen und Probleme müssen bearbeitet,
Entscheidungen sollen fundiert getroffen werden.
Als
Unterstützung erhält das Weser-Gymnasium ab Juni 2004 wissenschaftliche
Begleitung durch die Universität Münster (ICBF – Internationales
Centrum für Begabtenforschung).
Die
StiftungBildung zur Förderung Hochbegabter finanziert diese wissenschaftliche
Begleitung, die zunächst auf eineinhalb Jahre angelegt ist.
9.
Weiterbildung für Lehrkräfte
Vier Kolleginnen und Kollegen des Weser-Gymnasiums
haben das ECHA-Diplom (European Centre for High Abilities) an
der Universität Nijmwegen/Münster erworben. Sie setzten sich in
dem dreisemestrigen Studium, das mit einer Diplomarbeit schloss,
mit Fragen der Identifikation besonders begabter Schülerinnen
und Schüler, mit Intelligenzkonzepten, Fördermodellen und individualisierender
Unterrichtsgestaltung auseinander. Diese Kollegen und Kolleginnen
stehen der Schulleitung, dem Kollegium und den Eltern beratend
und unterstützend zur Seite.
10.
Ausblick
Die
Begabtenförderung am Weser-Gymnasium ist Teil der Schulentwicklung.
Sie soll andere Bereiche der Schulentwicklung ergänzen
und erweitern mit dem Ziel, die Qualität des Unterrichts und der
allgemeinen pädagogischen Arbeit nachhaltig zu sichern und zu
vertiefen.
Die
entscheidenden konzeptionellen Schritte sind eingeleitet worden.
Jetzt
gilt es, die Arbeit zu bewerten, zu konsolidieren und zu festigen.
Im
Jahr 2004/2005 stehen dabei im Zentrum:
-die Fortführung
des Drehtürmodells in der Sek. I
-die Fortführung
des Drehtürmodells in der Sek. II
-der Austausch mit den anderen europäischen Schulen im Rahmen des
Comenius – Projekts